Jörg Lindner

Seit 23 Jahren arbeite ich als Heilpraktiker auf dem Gebiet der Körpertherapie mit Akupressur, Chiropraktik und Osteopathie. Meine Berufshaftpflichtversicherung bei der Continentale kostet mich 243,68 € im Jahr. Dieser Betrag ist über alle Jahre gleich geblieben mit den üblichen Steigerungsraten durch die Inflation, Verwaltung etc. Demzufolge richtet die Versicherungsgruppe der Heilpraktiker keinen erheblichen Schaden an, sondern arbeitet sorgfältig und verantwortungsbewusst.

Die Heilpraktikerprüfung hat durchaus Niveau, anders als es oft dargestellt wird, auch schon vor 20 Jahren. Ein befreundeter Zahnarzt ist jedenfalls nach nur oberflächlicher Vorbereitung (seine Aussage) zweimal durch die Prüfung gefallen. Zusätzlich zur Heilpraktikerprüfung habe ich Fachprüfungen für die Therapieformen absolviert, die ich in der Praxis ausübe. Ergänzt wird dies fortlaufend durch Weiterbildung in meinem Verband und durch freie Anbieter. Dieses Konzept hat sich über viele Jahre bewährt. Ich sehe also keine übermäßige Gefahr, die durch mich und die mir bekannten KollegInnen für die Bevölkerung ausgeht.

Fast alle meine PatientInnen sind bei Ärzten und Orthopäden in Behandlung. Die „harten“ Diagnosen sind dadurch meistens bekannt und werden auch häufig gleich dort aufgefangen. Auf der anderen Seite bin ich bei den funktionellen Beschwerden der vertrauenswürdige Ansprechpartner für meine PatientInnen. Ich arbeite also nicht „alternativ“ sondern komplementär (ergänzend), tatsächlich bin ich natürlich bei bestimmten Beschwerden für viele Menschen alltäglich eine echte Alternative.

Lasst uns also diesen Weg des Miteinanders weitergehen, der Patient sollte die freie Wahl haben für seine Gesundheitsentscheidungen und das optimale Angebot bekommen. Nicht „entweder-oder“, sondern „sowohl-als auch“! Ich höre meinen PatientInnen sehr genau zu und finde die Zustimmung für dieses Konzept jeden Tag, zum Segen für die Gesundheit. Der Heilpraktiker ist ein Praktiker, kein zweiter Schulmediziner, der Patient möchte seine Chance auf eine „Außenseitermethode“ (von außen betrachtet). Mit Recht erwarten die PatientInnen einen anderen Therapieansatz als beim Schulmediziner, wenn sie zum Heilpraktiker gehen. Dieser freie Blickwinkel wird gewährleistet mit der derzeitigen Rechtsgrundlage, die nicht angetastet werden darf.

Statt ideologischer Verkrampfung und monetären Ängsten empfehle ich ein „von-einander-lernen“ zum Wohle des freien und mündigen Patienten. Das Rechtsgutachten ist im Ansatz falsch, aber wenn es dazu führt, dass am Ende eine längst gelebte Realität bestätigt wird, soll es mir recht sein. Der Heilpraktiker hat seinen wichtigen Platz in der Mitte der Gesellschaft. Dieser Beruf hat ein enormes Wachstumspotential für die Zukunft, das Rechtsgutachten ist dafür ein Symptom.

Andreas K.
Es ist erschreckend zu lesen, wie man die Vielfältigkeit des Heilpraktiker-Berufes zunächst übe reinen Kamm schärt.

Dann frage ich mich, wieviel Zeit ein Arzt für seine Patienten investiert im Vergleich zum Heilpraktiker? Und wieviel Krankheiten werden durch Ärzte gar nicht entdeckt und behandelt? Es ist klar, dass ein Arzt diese Zeit in unserem profitorientier ten Gesundheitssyst em nicht aufbringen kann. Da bleibt keine Zeit für Ursachenforschu ng; da werden schnell Symptome betäubt.

Heilpraktiker und Ärzte ergänzen sich meiner Meinung nach hervorragend und stehen keineswegs in Konkurrenz zu einander. Bei mir funktioniert diese Symbiose perfekt,
Ohne meine Heilpraktiker wäre ich heute vermutlich operativ schon verschandelt.

0
Olaf Lohse
Es ist unmöglich was die Politik alles gegen die Wand fährt etc. Seit Monaten beschäftige ich mich mit diesen Thema u habe vertieft nachgeforscht. Die Politik u die Regierung steckt komplett mit der Pharmaindustrie unter einer Decke u somit ist kein Platz mehr für den/die Heilpraktikerbe ruf. Aus meiner Sicht ist das absolut nicht zu akzeptieren u man muss da gegen an gehen.
1
Frank Zillmer
Sehr geehrter Herr Lindner,
die von Gesundheitspoli tikern erhobene Forderung, den Heilpraktikerbe ruf abzuschaffen, hat in der Bundestagsfrakt ion der FDP keine Mehrheit gefunden:
Dort ist man der Auffassung, dass zu einem liberalen Miteinander auch die Entscheidung des Einzelnen gehört, sich nicht schulmedizinisc h behandeln zu lassen.
Wie Sie unter anderem der untenstehenden Berichterstattu ng aus dem April 2019 entnehmen können, hat sich die FDP-Bundestagsfrakt ion daher Anfang 2019 mehrheitlich für den Erhalt des Heilpraktikerwe sens ausgesprochen.

https://medwatch.de/2019/04/18/trotz-kritik-der-gesundheitspoli tiker-fdp-fraktion-stimmt-fuer-erhalt-des-heilpraktikerbe rufs/

Ich bin ebenfalls der Auffassung, dass es jedem Menschen freistehen muss, ob wie er sich helfen lässt - auch und grade im gesundheitliche n Bereich.
Jeder muss seine Grenzen kennen und vor deren Überschreit ung ein weiteres Tätigwerden ablehnen-egal ob Heilpraktiker oder Arzt.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Zillmer


3
V. Janzen
Ich finde es unmöglich, wie Schreibtischtäter fernab der Realität Entscheidungen über Dinge fällen, von denen sie keine Ahnung haben.
Bedenklich auch, dass hier eine starke Lobby im Hintergrund zu vermuten ist.
Ich wünsche Ihnen, dass es gelingt eine breite Öffentlichk eit auf dieses Thema aufmerksam zu machen.
Meine Stimme hat die Petition bekommen und ich werde auch andere darauf aufmerksam machen - viel Erfolg!

4
Kommentarformular verbergen

1000 Zeichen verbleiben


Wir brauchen Ihre Zustimmung!

Diese Webseite verwendet Google Maps um Kartenmaterial einzubinden. Bitte beachten Sie dass hierbei Ihre persönlichen Daten erfasst und gesammelt werden können. Um die Google Maps Karte zu sehen, stimmen Sie bitte zu, dass diese vom Google-Server geladen wird. Weitere Informationen finden sie HIER

con infoAus rechtlichen Gründen wird darauf hingewiesen, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in den hier vorgestellten Therapierichtungen selbst. Nicht für jeden Bereich besteht eine relevante Anzahl von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, d.h. evidenzbasierten Studien, die die Wirkung bzw. therapeutische Wirksamkeit belegen.